Nun wir bebend die geneigten Krüge
 Jäh beglückter Leidenschaften sehn,
 Wie nun wild und wehmutsvoll die Flüge
 Einer Frage durch die Stunden wehn:


»War dies süßer nicht, als wir noch gingen
 Reiner Sehnsucht priesterlich geweiht
 Und das Dunkle in den vielen Dingen
 Die Verheißung schien der letzten Lieblichkeit,


Da uns, nur den Fernen hingegeben
 Traum ein wundersames Leben ward,
 Dem der Seelen schwisterliches Schweben
 Sich in reinem Sternenflug gepaart,


Da wir träumten wie durch weiße Gärten,
 Deren Tempeltüren keiner fand
 Und noch nicht dies arme Glück begehrten,
 Das zerfließt in unsrer heißen Hand?«


War dies süßer nicht? ... Durch Liebeslüge
 Fühlen wir die Frage schmerzlich wehn,
 Nun wir bebend die geneigten Krüge
 Unsrer jungen Leidenschaften sehn ...


Das Gedicht "Die geneigten Krüge" stammt von   (1881 - 1942).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte