Willst du noch länger auf den kahlen böden

Nach frühern vollen farben spähn -

Auf früchte warten in den fahlen öden

Und ähren von verdrängten sommern mähn?

 

Bescheide dich wenn nur im schattenschleier

Mild schimmernd du genosssene fülle schaust

Und durch die müden lüfte ein befreier

Der wind der weiten zärtlich um uns braust.

 

Und sieh ! die tage die die wunden brannten

In unsrer vorgeschichte schwinden schnell...

Doch alle dinge die wir blumen nannten

Versammeln sich am toten quell.


Das Gedicht "Willst du noch länger" stammt von (* 1868-07-12, † 1933-12-04).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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