Liebende klagende zagende wesen

Nehmt eure zufluch in unser bereich -

Werdet geniessen und werdet genesen -

Arme und worte umwinden euch weich.

 

Leiber wie muscheln - korallene lippen

Schwimmen und tönen in schwankem palast -

Haar verschlungen in ästigen klippen

Nahend und wieder vom strudel erfasst.

 

Bläuliche lampen die halb nur erhellen -

Schwebende säulen auf kreisendem schuh

Geigend erzitternde ziehende wellen

Schaukeln in selig beschauliche ruh.

 

Müdet euch aber das sinnen das singen -

Fliessender freuden bedächtiger lauf -

Trifft euch ein kuss: und ihr löst euch in ringen

Gleitet als wogen hinab und hinauf.


Das Gedicht "Stimmen im Strom" stammt von (* 1868-07-12, † 1933-12-04).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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