Langsame stunden überm fluss -
Die welle zischt wie im verdruss
Da von dem feuchten wind gefrischt
Ein schein bald blendet bald verwischt.
Wir standen hand in hand am strand
Da sah sie ähren in dem sand -
Sie trat hinzu und brach davon
Und fand auf diesen tag den ton:
Beginnend klang er hell und leicht
Wie von dem ziel das wir erreicht -
Dann ward er dumpfer als sie sang
Vom fernen glück - wie bang! wie lang!
Das Gedicht "Langsame stunden überm fluss" stammt von Stefan George (* 1868-07-12, † 1933-12-04).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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