Wir lachen eures wahnes -
Geschlechter falschen spanes -
Ihr äugen blöd und blau
Seht nur den tag voll trug -
Die unsern nächtig glau
Erspähn den innern fug.
Euch ist die haut nur kund -
Wir wissen tausend namen
Von wind- und wolkenschub
Vom heer im wassergrund
Von tausend dunklen samen
Die finsternis vergrub.
Uns ist der tanz im krampfe -
In wülsten und gekrös
Sind uns die leiber schön.
Duft ist im moderdampfe.
Im wirbelnden getös
Vernehmen wir getön.
Das Gedicht "Hexenreihen" stammt von Stefan George (* 1868-07-12, † 1933-12-04).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte