Die fischer überliefern das im süden

Auf einer insel reich an zimt und öl

Und edlen steinen die im sande glitzern

Ein Vogel war der wenn am boden fußend

Mit seinem schnabel hoher stämme krone

Zerpflücken konnte - wenn er seine flügel

Gefärbt wie mit dem saft der Tyrer-schnecke

Zu schwerem niedrem flug erhoben: habe

Er einer dunklen wolke gleichgesehn.

Des tages sei er im Gehölz verschwunden

Des abends aber an den strand gekommen

Im külen windeshauch von salz und tang

Die süße stimme hebend daß delfine

Die freunde des gesanges näher schwammen

im meer voll goldner federn goldner funken.

So habe er seit urbginn gelebt

Gescheiterte nur hätten ihn erblickt.

Denn als zum erstenmal die weißen segel

Der menschen sich mit günstigem geleit

Dem eiland zugedreht sei er zum hügel

Die ganze teure stätte zu beschaun gestiegen

Verbreitet habe er die großen schwingen

Verscheidend in gedämpften schmerzeslauten.


Das Gedicht "Der Herr der Insel" stammt von (* 1868-07-12, † 1933-12-04).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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