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Kindlicher Feyertags-Wunsch


Geliebtes Eltern-Paar! Wem gleichet wohl die Zeit,

Die jenen traurig macht, und diesen hoch erfreut?

Den Nebel, Rauch und Wind und Schatten kan auf Erden

Die Zeit an Nichtigkeit und Lauf verglichen werden.

Ich weiß Ihr wehrtesten! Ihr denckt in eurem Sinn

Mit mir: wie fliegt die Zeit so schnell, so bald dahin!

Ein Jahr ist wiederum nun bald zu End gegangen,

Gott sey gelobt vor das, was wir darin empfangen.

Ein Jahr des Elends wird zugleich zurück gelegt.

Die Christ-Lust, die der Herr in euer Hertz geprägt,

Die wird Geliebteste! Euch stärcken, trösten, gründen,

Daß Ihr in dieser Zeit werdt süsse Freude finden.

So feyret denn vergnügt in Gott dieß heilge Fest,

Das uns der Herr zum Heil und Glück erscheinen läßt,

Legt es gesund zurück, und tretet mit Vergnügen

Das Neue Jahr auch an. Der Höchste wolle fügen,

Daß, Hochgeliebteste! sein Seegen aus der Höh,

Und seine Lieb und Gnad stets um, und mit Euch geh.

Es woll die Allmachtshand Euch schützen und begleiten,

Und wieder eure Feind und alles Unglück streiten.



(* 15.01.1711, † 11.12.1740)




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