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Ein Freund ist das bäste, das man liebet


Was wündscht die Welt doch mehr / was kan sie mehr begehren /

Alß wenn der Höchste ihr der Bitte wil gewehren /

wenn sie / durch Zuversicht / ihn fleissig ruffet an /

um einen treuen Freund / der viel uns dienen kan?

Ist man in Todes Noht / wird man mit tausend Plagen

gemartert und betrübt / wenn wihrs dem Freunde klagen /

so hilfft er uns so viel / alß er uns helffen kan /

wir nehmen / vor die Taht / von ihm den Willen an;

Und kan er uns nicht mehr in unsern Nöhten schüzen;

so mag ein guhtes Wort uns mehr als silber nüzen;

Ein Wort / ein guhtes Wort / das recht von Herzen geht /

das nicht nur wegen Zier allein zu loben steht /

ist besser noch als Gold / eß helt uns recht das Leben /

man stirbt auch ohne das / eh Gott die Zeit gegeben;

Drüm ist ein guhter Freund das beste das man liebt /

das höchste / das man wündscht / und dem man sich ergiebt;

Hab ich gleich nicht viel Gelt / hab ich gleich nicht viel Güter /

so lieb und halt ich hoch die Treue der Gemüter;

Wohl dem der üm und ümb kan bey den Freunden sein /

und sterben endlich auch in ihrer Augenschein.



(* 14.02.1621, † 31.07.1638)




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