Was die Liebe kann begehren,
Liebe darf es frei gewähren.
Was von Liebe ward verschuldet,
gern von Liebe wird′s geduldet.
Alles Fehlen, alles Irren
Liebe weiß es zu entwirren;
trägt mit seliger Gebärde
alle Not und Schuld der Erde;
am Geliebten jeden Flecken
weiß sie sorgsam zu verdecken;
ja, ihn völlig freizusprechen,
lächelnd teilt sie sein Verbrechen.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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