Wer sie zu finden wüßte,

Glückseligster Pilot,

Die wundervolle Küste,

Wo uns kein Schmerz mehr droht!

Wo nimmer Mund vom Munde,

Vom Herzen Herz sich reißt,

Wo keine letzte Stunde

Uns bittern Abschied heißt!

 

Wo nicht das Flügelrauschen

Der Zeit uns mehr erschreckt,

Kein Spähen mehr, keine Lauschen

In unserm Glück uns neckt;

Wo wie in Meeresgrunde,

Versteckt von tiefster Flut,

Unendlich ew′ge Stunde

Mein Herz an deinem ruht!

 

Es ist kein falsch Gelüste,

In eitlem Hirn erdacht,

Die wundervolle Küste,

Sie ist kein Traum der Nacht;

In deinem Aug′ und Mienen,

Da fand ich ihre Spur,

Da ist sie mir erschienen,

Die Paradiesesflur!

 

Herz, breite deine Schwingen!

Es gilt ein köstlich Gut,

Zu kämpfen und zu ringen,

Wohlauf und habe Muth!

Gieb dich getrost den Winden,

Nicht scheue Sturm und Riff,

Du wirst dein Eden finden;

Führt Liebe doch dein Schiff!


Das Gedicht "Atlantis" stammt von (* 1816-05-30, † 1872-06-21).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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