Du bist das keusche Mondenlicht,

Das still und klar durch Wolken bricht,

Und bist der Sonne Feuerstrahl,

Der Blumen weckt in Berg und Thal.

 

Der fromme Abendstern bist du,

Der lächelnd winkt zu sel′ger Ruh′,

Und bist der Blitz, der, gottentstammt,

Der Seele Dunkel mir durchflammt.

 

Doch – "Namen sind nur Rauch und Schall!"

Sei, wie du bist, du bist mein All!

In deine Seele schließ′ mich ein,

Die Meine du, ich ewig dein!


Das Gedicht "All" stammt von (* 1816-05-30, † 1872-06-21).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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