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Zuflucht


Hinterm Elternhaus am kleinen Weiher,

dicht umdunkelt rings von Weidenruten,

breitet eine Pappel ihre schwanken

Zweige nickend über Schilf und Fluten.

 

Seltsam heimlich ist′s an diesem Orte;

schon als Knabe hab ich hier gesessen

und mich ausgeweint im Schutz der hohen

Binsen und mein junges Leid vergessen.

 

Wieder starr ich in das schwarze Wasser,

aber keine Träne will mir kommen;

nur die schwanken Pappelzweige seh ich

dort sich spiegeln, winkend, bleich, verschwommen.



(* 18.11.1863, † 08.02.1920)




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