Unsere Träume sind Marmorhermen,

die wir in unsere Tempel stellen,

und sie mit unseren Kränzen erhellen

und sie mit unseren Wünschen erwärmen.

 

Unsere Worte sind goldene Büsten,

die wir in unsere Tage tragen, -

die lebendigen Götter ragen

in der Kühle anderer Küsten.

 

Wir sind immer in Einem Ermatten,

ob wir rüstig sind oder ruhn,

aber wir haben strahlende Schatten,

welche die ewigen Gesten tun.


Der Text des Gedichts "Unsere Träume sind Marmorhermen" stammt von (* 1875-12-04, † 1926-12-29).




Weitere gute Gedichte von Rainer Maria Rilke zum Lesen.



Zur Startseite: Gedichte