Manchmal fühlt sie: Das Leben ist groß,

wilder, wie Ströme, die schäumen,

wilder, wie Sturm in den Bäumen.

Und ]eise läßt sie die Stunden los

und schenkt ihre Seele den Träumen.

 

Dann erwacht sie. Da steht ein Stern

still überm leisen Gelände,

und ihr Haus hat ganz weiße Wände -

Da weiß sie: Das Leben ist fremd und fern -

und faltet die alternden Hände.


Der Text des Gedichts "Manchmal fühlt sie" stammt von (* 1875-12-04, † 1926-12-29).




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