Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum.

Dort wo die Kinder schläfern, heiß vom Hetzen,

dort wo die Alten sich zu Abend setzen,

und Herde glühn und hellen ihren Raum.

 

Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum.

Dort wo die Abendglocken klar verlangen

und Mädchen, vom Verhallenden befangen,

sich müde stützen auf den Brunnensaum.

 

Und eine Linde ist mein Lieblingsbaum;

und alle Sommer, welche in ihr schweigen,

rühren sich wieder in den tausend Zweigen

und wachen wieder zwischen Tag und Traum.


Der Text des Gedichts "Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum" stammt von (* 1875-12-04, † 1926-12-29).




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