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Die Spitze


I

 

Menschlichkeit: Namen schwankender Besitze,

noch unbestätigter Bestand von Glück:

ist das unmenschlich, daß zu dieser Spitze,

zu diesem kleinen dichten Spitzenstück

zwei Augen wurden? - Willst du sie zurück?

Du Langvergangene und schließlich Blinde,

ist deine Seligkeit in diesem Ding,

zu welcher hin, wie zwischen Stamm und Rinde,

dein großes Fühlen, kleinverwandelt, ging?

Durch einen Riß im Schicksal, eine Lücke

entzogst du deine Seele deiner Zeit;

und sie ist so in diesem lichten Stücke,

daß es mich lächeln macht vor Nützlichkeit.

II

 

Und wenn uns eines Tages dieses Tun

und was an uns geschieht gering erschiene

und uns so fremd, als ob es nicht verdiene,

daß wir so mühsam aus den Kinderschuhn

um seinetwillen wachsen -: Ob die Bahn

vergilbter Spitze, diese dichtgefügte

blumige Spitzenbahn, dann nicht genügte,

uns hier zu halten; sieh: sie ward getan.

Ein Leben ward vielleicht verschmäht, wer weiß?

Ein Glück war da und wurde hingegeben,

und endlich wurde doch, um jeden Preis,

dies Ding daraus, nicht leichter als das Leben

und doch vollendet und so schön als sei′s

nicht mehr zu früh, zu lächeln und zu schweben.



(* 04.12.1875, † 29.12.1926)




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