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Meine Hände flammen nach dir


So ein verliebter Tor verpufft.

(Goethe, Faust)

 

 

Meine Hände flammen nach dir.

 

Sieh, wie die Sonne streichelt

Die lieben Bäcklein,

Die schämig tiefer erglühenden Bäcklein

Liebfrommer Erde.

 

Wie so im Wundergrausenden

Dampfe des Lebens

Sinnen hoch... träumerisch... zwei Seelen der Seele.

 

Du Goldkerl du,

Du Prachtlump du,

Du dumme, dumme Erde,

Racker du!

 

Und Kuß auf Kuß, hungrig trinkend,

Rafft empor sie

Vom tiefabhangenden Haar

An das goldkräftig hingerissene,

Torheit strahlende

Antlitz der Liebe.

 

Die Menschen nennen das

In ihrer Seelen Schläfrigkeit

Dann gemächlich einen schönen Tag

Und stopfen dazu die lange Piepe

Mit Pastorentabak.

 

Was wissen die von unserer Liebe!

 

Es lächelt tief in den grämlichen Falten

Mühender Erde.

 

Meines Traumes jähe Frische

Lacht hell auf meinem Schlaf

Und hat ... was an der Hand, -

Dich!



(* 11.09.1854, † 07.04.1904)




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