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Die Weihnachtsfee


Und Frieden auf Erden den Menschen,

die eines guten Willens sind.

 

Suchende Sterne ins eilende Haar,

Frierende Sterne, schmelzend zergangen

Über den wunderfeiernden Wangen,

Und die Augen von Liebe so klar.

 

Wie Glocken klar, wie Reif so rein

Und so duft und so jung und blühend vor Güte

Tau der Frühe himmlische Blüte

Wie Rosen und wie Fliederschnein.

 

Da steigen die Hände, ein bettelndes Meer,

Augen dunkeln nach Geschenken,

Mir! Mir! Mir! Mich mußt du bedenken!

So steigen die bettelnden Teller her.

 

Dunkel wird′s, ein Wundern steht

Strenge in der Feenseele,

Wie wenn rohe Nacht das Leuchten quäle,

Und Ernst in die Güte der Augen geht.

 

Und es spricht wie klares Licht

Aus dem milden Angesicht:

Geben euch? Was soll ich euch geben,

Alle Wunder habt ihr ja hier,

Eine Erde die könnt hegen ihr,

In euch selber will der Himmel leben.

 

Kinder, ihr wünscht,

So könnt ihr ja geben

Und selig sein und selig machen,

Und innig sein wie Kinderlachen

Und wie wir von Wundern leben.

 

Tuet frohe Liebesgaben

Einer in des anderen Hand,

Tuet ab das Geizgewand

Und ihr pflücket alles Haben.



(* 11.09.1854, † 07.04.1904)




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