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An die Hoffnung


Als geschwunden der kindische Wahn,

Es würde sich klären

Das Chaos, die Träume,

Sich klären zur Dichtung,

Werden zur Wahrheit, - -

Als gewichen der Wahn,

Wie stand ich verzweifelt,

Starrte ins Leere,

In trostlose Nacht!

 

Sollte mein Auge

Geworfen nur haben

Den Unglücksblick

Ins Strahlenmeer der heiligen Dichtung,

Daß ich wanke

Ins Dunkel,

Wanke ins graue

Leben des Alltags?

Tiefe, traurig tiefe Nacht!

 

Da seh′ ich ein Licht,

Ein schwaches schwankendes Licht,

Es wird größer, wird heller. -

Verschwunden ist′s. -

Da leuchtet es wieder,

Größer und größer,

Ich sehe den Stern,

Der tröstend mir winkt.

 

Sehe beleuchtet von ihm

Deine rosigen Finger,

Dein holdes Gesicht,

O du meine Hoffnung!

Es lichtet schon mehr sich und mehr

Das trübe Dunkel.

Entgegen schon seh ich mir schimmern

Den Himmel des Ruhmes,

An deiner Hand

Erreich ich ihn bald.

Glück nur und Dank und strebender Eifer

Schwellt die freudige Seele,

Noch eben umnachtet!

Dank dir, innigster Dank

Dir, Trösterin Hoffnung.



(* 11.09.1854, † 07.04.1904)




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