Geh nicht fort, hehrer Held!

Laß die Welt, laß die Welt!

Trinken könntest Du auch hier;

O, trinke mit mir!

 

Geh nicht fort, hehrer Held!

Hast Du Zeit, Hab und Gut,

Dann verbringst Du das auch hier;

Verbrings doch mit mir!

 

Morgen lacht, wer die Nacht

Nicht zum Schlaf, nicht zum Schlaf

Wie ein Murmeltier mißbraucht;

Die Reue verraucht!

 

Aber rennst Du mir weg,

Wird mein Bein, dieses Bein,

In die Schänke gehn allein;

Ich liebe den Wein!


Das Gedicht "Der einbeinige Trinker" stammt von (* 1863-01-08, † 1915-10-15).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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