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Waldesnacht


Waldesnacht, du wunderkühle,

die ich tausend Male Grüß;

nach dem lauten Weltgewühle,

O, wie ist dein Rauschen süß,

Träumerisch die Müden Glieder

berg ich weich ins Moos,

und mir ist als würd ich wieder

all der irren Qualen los.

 

Fernes Flötenlied vertöne,

das ein weites Sehnen rührt,

die Gedanken in die Schöne,

ach mißgönnte Ferne führt.

Laß die Waldesnacht mich wiegen,

stillen jede Pein,

und ein seeliges Genügen

saug ich mit den Düften ein

 

In den heimlich engen Kreisen

wird dir wohl, du wildes Herz,

und ein Friede schwebt mit leisen

Flügelschlägen niederwärts.

Singet holde Vogellieder,

mich in Schlummer sacht!

Irre Qualen Löst euch wieder,

wildes Herz nun gute Nacht!



(* 15.03.1830, † 02.04.1914)




Bewertung:
5/5 bei 2 Stimmen

Kommentare

  • Gravatar von Robert
    Robert | robert-red@web.de
    vor rund 8 Jahren

    Guten Tag ich finde das Gedicht sehr schön

  • Gravatar von Webmaster
    Webmaster |
    vor rund 9 Jahren

    Herzlichen Dank für den Hinweis, wurde korrigiert!

  • Gravatar von Dr. Wolfram Gläser
    Dr. Wolfram Gläser | wolfram.glaeser@web.de
    vor rund 9 Jahren

    Sinnentstellender Druckfehler 1. Strophe, Zeile 4 "Raschen" soll wohl Rauschen heißen!