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Peregrina


I.

 

Nun sind die Blumen verdorrt,

Die deine Hand mir brach.

Was deine Lippe sprach,

Blüht still im Herzen fort! ...

 

II.

 

Wenn aus hohem Walde

Mondenschimmer quillt,

Auf die lichte Halde

Wagt sich vor das Wild.

 

Jetzt in irrer Klage

Wird die Sehnsucht laut,

Die dem hellen Tage

Nicht ihr Leid vertraut.

 

Ruft der Hirsch die Hinde,

Ach, sie hört ihn bald,

Wenn umsonst im Winde

Mein Gesang verhallt!

 

III.

 

Schwüle Stunden! Flüsternd kaum

Bebt das Laub im Sommerwinde;

Vogelstimmen wie im Traum

Girren im Gezweig der Linde.

 

Auf dem blumigen Wiesenplan

Glüht und zittert Sonnenhelle;

Schlummertrunken ruht der Schwan

Auf des Weihers blanker Welle.

 

Ach, und mir in tiefster Brust

Brechen auf die alten Wunden.

Sehnsuchtsvoll in Qual und Lust

Denk′ ich alter schwüler Stunden!



(* 15.03.1830, † 02.04.1914)




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