Unsere Stadt ist gar nicht absolut.

In die roten, gefleckten Wolkenmassen

Sinken die Häuser abends wie zerlassen.

Voller Detail. Straßen und Lampenflut.

 

Behändetes Café voll Köpfen kocht.

Im Rock aus Schrei steht Litfaßsäule steif.

Wind fliegt vorbei als dunkler Pferdeschweif.

Und Hurenlächeln brennt am Kleiderdocht.

 

Tagestrottoir beschreiten dunkel Träger.

Kleider mit alten Flecken roten Munds.

Antlitz, auf Hirn gefaltet, friert blutlos.

 

Ach: nahten reicherblutig Wälder uns

Der Stadt entschritten! Und wärmend und bloß

Himmel der Farbige, der blaue Neger.


Das Gedicht "Stadt" stammt von   (1885 - 1921).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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