Vom Meere duftend fliegt der Wind ins Land.

Die dunklen Parke flattern in der Brise.

Kleehügel blühen vor dem Duft der Wiese;

Der Himmel steht, sich selber unbekannt,

 

Ein weißer Fischer in den Roggenmeeren,

Wo Taubenflug aufspritzt, ein Wasserstrahl,

Wo Wolkenschatten rinnen in das Tal,

Fliegende Fische sind — die Roggenähren.

 

Der Weißklee schmeißt den Junitag zur Seite,

Und manchmal fliegen Reiher um den stummen,

Fischlosen See, auf dem die Bienen summen,

Und nehmen zögernd ihren Flug ins Weite.

 

Ich galoppiere vor dem Sonnenschein,

Auf weißem Pferde flatternd, Wind geworden,

Und Sonnenfetzen um den Hals, nach Norden.

Ich werde mittags an dem Meere sein.


Das Gedicht "Nordwind im Sommer" stammt von   (1885 - 1921).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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