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Ruhe des Herzens


Wie heimlich glüht ein Bild

aus langer Dämm´rung:

Ein Sommerabend war´s

Im Heimatdorfe;

Noch lag ein Sonnenhauch

Auf Dach und Giebeln,

Und hell stand schon der Mond

In leeren Straßen.

Der Nachbar sprach ein Wort

Von Tau und Regen,

Er sprach zu seinem Weib

Drin in der Kammer;

Er zog das Fenster an,

Es klang der Riegel;

Ein erstes Sternlein trat

Aus lichtem Dunkel.

Aus fernen Gärten klang

Ein Mädchenlachen;

Ein letzter Nachhall dann

Und letzte Stille.

Und all die Sommerwelt

Ging wie ein Atem

Geruhig ein und aus

Durch meine Lippen.-

 

Nun weiß ich´s, da mein Haar

Beginnt zu bleichen:

Was damals ich geatmet, war

Das Glück.



(* 07.10.1862, † 05.03.1926)




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