Die letzte Sichel des verfallnen Mondes
am Himmel Roms in der Johannisnacht
hab ich erlebt und früher nicht geruht,
bis ich für mich den Sinn erdeuten konnte.
Ich habe neue Menschen liebgewonnen –
und silbern zum Gedenken steht nun da
die letzte Sichel des verfallnen Mondes
am Himmel Roms in der Johannisnacht.
Mein Leben denk ich auch. – Es ruht der Blick
auf den Gesimsen schweigender Paläste.
Da färbt sich die Colonna morgenrot,
die Schwalben werden wach – und schon verblasst
die letzte Sichel des verfallnen Mondes.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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