Vor dem Kamin, in dem die Flamme flackerte,
verstummten sie und dachten ihres Lebens nach.
Alsdann versank so Vieles, was sie sonst besass,
und rein im reinen Augenblicke lebten sie.
Der dunkle Wein, der drunten in der Asche stand,
erglühte da und gab ein heimlich tiefes Roth.
Die Sonne sank – der Schnee der Berge leuchtete –
der Winterhimmel draussen schien geformt aus Stahl.
Da sahen sie sich staunend an und doch vertraut –
und fragten nichts – und griffen herrisch Hand in Hand.
Auf beider Stirnen lag ein seltner Widerschein
von dem Kamin, in dem die Flamme flackerte.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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