Ja! Die Ebne ruht in satten Düften,

hingeschmiegt in sanfter Hügellinie –

drüben, hoch in noch durchsonnten Lüften,

still und einsam–schattend steht die Pinie.

 

Alte Gräber dunkeln, morsche Steine –

fern und unsichtbar berührt dich Rom –

doch empor aus goldnem Abendscheine

steigt die Kuppel von Sanct Peters Dom.

 

Und du ahnest, wie sich Flügel heben,

gleich den abendfarbnen Wolkenstreifen,

denn die Seele will zur Höhe schweben

und der Wille durch die Fernen schweifen.

 

Wage nur zu lieben, was genossen,

zu behaupten, was dich je entzündet –

alle Wonnen sind in dir beschlossen,

jede Grösse ist in dir begründet.


Das Gedicht "Campagna" stammt von (* 1864-06-03, † 1905-02-11).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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