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Ich spür ain tier


Ich spür ain tier

mit füssen brait, gar scharpf sind im die horen;

das wil mich tretten in die erd

und stösslichen durch boren.

den slund so hat es gen mir kert,

als ob ich im für hunger sei beschert,

Und nahet schier

dem herzen mein in befündlichem getöte;

dem tier ich nicht geweichen mag.

owe der grossen nöte,

seid all mein jar zu ainem tag

geschübert sein, die ich ie hab verzert.

Ich bin erfordert an den tanz,

do mir geweiset würt

all meiner sünd ain grosser kranz,

der rechnung mir gebürt.

doch wil es got, der ainig man,

so wirt mir pald ain strich da durch getan.

 

Erst deucht mich wol,

solt ich neur leben aines jares lenge

vernünftiklich in diser welt,

so wolt ich machen enge

mein schuld mit klainem widergelt,

der ich laider gross von stund bezalen müss.

Darumb ist vol

das herzen mein von engestlichen sorgen,

und ist der tod die minst gezalt.

o sel, wo bistu morgen?

wer ist dein tröstlich ufenthalt,

wenn du verraiten solt mit haisser buss?

O kinder, freund, gesellen rain,

wo ist eur hilf und rat?

ir nempt das güt, lat mich allain

hin varen in das bad,

da alle münz hat klainen werd,

neur güte werck, ob ich der hett gemert.

 

Allmächtikait

an anefangk noch end, bis mein gelaite

durch all dein barmung göttlich gross,

das mich nicht überraite

der lucifer und sein genos,

da mit ich werd enzuckt der helle slauch.

Maria, maid,

erman dein liebes kind des grossen leiden!

seit er all cristan hat erlost,

so well mich ouch nicht meiden,

und durch sein marter werd getrost,

wenn mir die sel fleusst von des leibes drouch.

O welt, nu gib mir deinen lon,

trag hin, vergiss mein bald!

hett ich dem herren für dich schon

gedient in wildem wald,

so für ich wol die rechten far:

got, schepfer, leucht mir Wolkensteiner klar!



(* 00.00.1377, † 02.08.1445)




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