Nach oben

Wechsel der Welt


Die Welt ist nimmer geblieben

Die herrliche Welt des Homer,

Die Götter sind längst vertrieben,

Gestürzt sind die Tempel ins Meer.

 

Verschollen die heiligen Lieder,

Verwirbelt der Opferrauch,

In Hohn und Gespött darnieder

Gebrochen der Priester Brauch.

 

Nicht betende Völker mehr wallen

Zu schimmernden Säulenreihn,

Den hohen Olympiern allen

Geschmückte Geschenke zu weihn.

 

Die Himmlischen mußten erliegen

In toller Jahrhunderte Kampf,

Es schwelgt in Trophäen und Siegen,

Es herrscht: der allmächtige Dampf.

 

Es sausen die Hämmer und dröhnen

Auf Silber, auf Gold und auf Blei,

Maschinen rasseln und stöhnen

Ein gellendes Einerlei.

 

Kaum kann der Donner dringen

Durch all der Fabriken Gebraus,

Und Lieder und Glockenklingen

Verschwimmen im Rädergesaus.



(* 17.07.1861, † 24.08.1928)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Noch kein Kommetar vorhanden!