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Herbstklage


Holder Lenz, du bist dahin!

Nirgends, nirgends darfst du bleiben!

Wo ich sah dein frohes Blühn,

Braust des Herbstes banges Treiben.

 

Wie der Wind so traurig fuhr

Durch die Straßen, als ob er weine;

Sterbeseufzer der Natur

Schauern durch die welken Haine.

 

Wieder ist, wie bald! wie bald!

Mir ein Jahr dahingeschwunden.

Fragend rauscht es aus dem Wald:

"Hat dein Herz sein Glück gefunden?"

 

Waldesrauschen, wunderbar

Hast du mir das Herz getroffen!

Treulich bringt ein jedes Jahr

Welkes Laub und welkes Hoffen.



(* 13.08.1802, † 22.08.1850)




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