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Herbstentschluß


Trübe Wolken, Herbstesluft,

Einsam wandl′ ich meine Straßen,

Welkes Laub, kein Vogel ruft -

Ach, wie stille! wie verlassen!

 

Todeskühl der Winter naht;

Wo sind, Wälder, eure Wonnen?

Fluren, eurer vollen Saat

Goldne Wellen sind verronnen!

 

Es ist worden kühl und spät,

Nebel auf der Wiese weidet,

Durch die öden Haine weht

Heimweh; - alles flieht und scheidet.

 

Herz, vernimmst du diesen Klang

Von den felsentstürzten Bächen?

Zeit gewesen wär′ es lang,

Daß wir ernsthaft uns besprächen!

 

Herz, du hast dir selber oft

Weh getan und hast es andern,

Weil du hast geliebt, gehofft;

Nun ist′s aus, wir müssen wandern!

 

Auf die Reise will ich fest

Ein dich schliessen und verwahren,

Draußen mag ein linder West

Oder Sturm vorüberfahren;

 

Daß wir unsern letzten Gang

Schweigsam wandeln und alleine,

Daß auf unserm Grabeshang

Niemand als der Regen weine!



(* 13.08.1802, † 22.08.1850)




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