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Häusliches Stillleben - Der Garten


In den Garten muß ich blicken,

In das frische stille Grün,

Tausend Wünsche muß ich schicken

Fernhin wo die Schwalben ziehn.

 

Fliegt nur mit den Morgenwinden,

Mit den Wolken flieget fort,

Eure Heimat sollt ihr finden,

Lieben Wünsche, Ziel und Ort.

 

Rückwärts will ja nicht mein Sehnen,

Nimmer in die Eitelkeit;

Diese Seufzer, diese Thränen

Gelten keinem Erdenleid.

 

Ueber Wolken, über Sterne

Aufwärts, aufwärts, himmelwärts,

Neubelebt, in sel′ger Ferne

Sink′ ich an das große Herz!

 

Wo die Wunden nicht mehr drücken,

Wo das Heer der Wünsche schweigt,

Und zu mir mit süßen Blicken

Sich die ew′ge Liebe neigt.

 

Aus den Wipfeln will es steigen

Mein geliebtes Wunderbild,

Nach des Gartens grünen Zweigen

Blick′ ich still und lusterfüllt.



(* 11.12.1783, † 11.12.1817)




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