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Antwort


1814.

 

Es ist kein falsches Wähnen,

Kein loses Bilderspiel,

Ein tief gewurzelt Sehnen

Treibt mich nach meinem Ziel.

Mögt ihr mich Träumer schelten,

Beweinen muß ich euch,

Will nicht mit Hohn vergelten,

Und lad′ euch in mein Reich.

 

Ein Geist von oben dringet

Durch alle Völker hin,

Doch jeden Stamm bezwinget

Sein eigner tiefer Sinn.

Wie viel auch sind der Stufen

Am Thron der Ewigkeit,

Ein Volk ist hoch berufen

Vor allen weit und breit.

 

Das ist das Volk im Herzen

Der heil′gen Christenwelt,

Das fester alle Schmerzen

Und alle Freuden hält.

Das ist ein Volk der Treue,

Der Demuth und der Kraft,

Das ist die Gottesweihe,

Die Deutschlands Würde schafft.

 

Es kann das Herz nur eines,

Ein einiges nur sein,

Drum soll sich des Vereines

Auch jeder Deutsche freun.

Wenn wieder sich gestalten

Das alte Deutschland soll,

So sei es nicht zerspalten,

Nicht schmach- und wundenvoll.

 

Ich weiß, an wen ich glaube,

Ich kenn′ ein holdes Bild;

Dem Teufel nicht zum Raube

Wird, was mein Herz erfüllt:

Von einem deutschen Throne,

Von einem Eichenbaum,

Der schirmend flicht die Krone -

Das ist kein Dichtertraum.



(* 11.12.1783, † 11.12.1817)




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