Nach oben

An Goethe


1813.

 

Nun hab′ ich dich gesehen,

Du hohes Heldenhaupt,

In fernen, sel′gen Höhen,

Von frischem Kranz umlaubt.

 

Apollo′s goldner Bogen

Der Stirne lichter Bau,

Ein Firmament, umzogen

Von ewig klarem Blau.

 

Das milde, weise Lächeln,

Das um die Lippe wallt,

Wie linder Weste Fächeln

Zu mildern die Gewalt.

 

Wie traten aus dem Dunkeln

Die Formen klar und rein,

Die Blicke sah ich funkeln

Wie goldner Sterne Schein.

 

Mit Worten dich zu grüßen,

Hat Stolz mich nie verführt,

Die Hand nur möcht′ ich küssen,

Die so die Saiten rührt.

 

Du Herzog sonder Gleichen,

Du sel′ger Dichterfürst,

Der du in deinen Reichen

Doch ewig herrschen wirst!

 

O laß dir′s noch gefallen

Hienieden gern und lang;

Auch in des Aethers Hallen,

Tönt ja nur dein Gesang.



(* 11.12.1783, † 11.12.1817)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

  • Noch kein Kommetar vorhanden!