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Winter


Der Winter ist ein rechter Mann,

Kernfest und auf die Dauer;

Sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an

Und scheut nicht Süß noch Sauer.

 

Er zieht sein Hemd im Freien an

Und läßt′s vorher nicht wärmen,

Und spottet über Fluß im Zahn

Und Kolik in Gedärmen.

 

Aus Blumen und aus Vogelsang

Weiß er sich nichts zu machen,

Haßt warmen Drang und warmen Klang

Und alle warmen Sachen.

 

Doch wenn die Füchse bellen sehr,

Wenn′s Holz im Ofen knittert,

Und an dem Ofen Knecht und Herr

Die Hände reibt und zittert;

 

Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht

Und Teich und Seen krachen,

Das klingt ihm gut, das haßt er nicht,

Dann will er sich totlachen. -

 

Sein Schloß von Eis liegt ganz hinaus

Beim Nordpol an dem Strande;

Doch hat er auch ein Sommerhaus

Im lieben Schweizerlande.

 

Da ist er denn bald dort, bald hier,

Gut Regiment zu führen.

Und wenn er durchzieht, stehen wir

Und sehn ihn an und frieren.



(* 15.08.1740, † 21.01.1815)




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