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Vom Wolffesbrunnen bey Heidelberg


Du edler Brunnen du, mit Rhu und Lust umbgeben,

Mit Bergen hier und da als einer Burg umbringt,

Printz aller schönen Quell′, auß welchen Wasser dringt,

Anmutiger dann Milch, und köstlicher dann Reben,

 

Da unsers Landes Kron′ und Häupt mit seinem Leben,

Der werthen Nymph′, offt selbst die lange Zeit verbringt,

Da das Geflügel ihr zu Ehren lieblich singt,

Da nur Ergetzlichkeit und keusche Wollust schweben,

 

Vergeblich bist du nicht in dieses grüne Thal

Beschlossen von Gebirg′ und Klippen überall:

Die künstliche Natur hat darumb dich umbfangen

 

Mit Felsen und Gepüsch′, auff daß man wissen soll,

Daß alle Fröligkeit sey Müh′ und Arbeit voll,

Und daß auch nichts so schön, es sey schwer zu erlangen.



(* 23.12.1597, † 20.08.1639)




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