Aus dem Italienischen Petrarchae.

 

Ist Liebe lauter nichts, wie daß sie mich entzündet?

Ist sie dann gleichwohl was, wem ist ihr Tun bewußt?

Ist sie auch recht und gut, wie bringt sie böse Lust?

Ist sie nicht gut, wie daß man Freud aus ihr empfindet?

 

Lieb ich gar williglich, wie daß ich Schmerzen trage?

Muß ich es tun, was hilfts, daß ich solch Trauren führ?

Tu ichs nicht gern, wer ists, der es befiehlet mir?

Tu ich es gern, warum, daß ich mich dann beklage?

 

Ich wanke wie das Gras, so von den kühlen Winden

Um Vesperzeit bald hin geneiget wird, bald her.

Ich walle wie ein Schiff, das in dem wilden Meer

 

Von Wellen umjagt nicht kann zu Rande finden.

Ich weiß nicht was ich will, ich will nicht was ich weiß,

Im Sommer ist mir kalt, im Winter ist mir heiß.


Das Gedicht "Sonett" stammt von (* 1597-12-23, † 1639-08-20).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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