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Elegie.


In dem die Sonne sich hat in das Meer begeben /

Vnd das gestirnte Haupt der Nacht herausser bricht /

Sind Menschen / Vieh vnd Wild wie gleichsam ohne Leben /

Der Monde scheinet auch gar kaum mit halbem Liecht.

Ich / ob schon alles schläfft / muß ohn Auffhören wachen

Von vielen Tagen her / vnd wallen ohne Ruh:

Ist schon die gantze Welt befreyt von jhren Sachen /

So bring′ ich doch vor Lieb′ vnd Angst kein Auge zu.

Auch dich / Asterie / hat gantz der Schlaff vmbringet /

Der Tagesarbeit furth / deß Todes Ebenbild;

Da mir der Zehren Bach auß beyden Augen dringet /

Bist du mit sanffter Rhu auff deinem Bett′ erfüllt.

Wie wann sich Delia hat in den Walt verborgen /

Wird durch den Schlaff erwuscht / vnd fellt ins grüne Graß;

Vnd wie die Nymphen auch sich legen gegen morgen /

Nach dem der Nachttantz sie gemacht hat müd vnd laß.

Sie ruhen sicherlich bey einem frischen Bronnen /

Die Bäume halten auff der Morgenröthe Liecht;

Daß sie nicht alsobald erwachen von der Sonnen

Deckt sie der dicke Wald: Pan aber schläffet nicht.

Er geht / er rufft / er schreyt mit sehnlichem Verlangen /

Daß seine stimm erklingt durch pusche / Berg vnd Thal /

Vnd sie sind sänfftiglich mit süssem Traum vmbfangen /

Dem Pan antwortet nur der blosse Wiederschal.

Du auch / mein Leben / schläfst / ich muß in Nöthen wallen /

Du bist in guter Rhu / ich wache für vnd für /

Biß mich der letzte Tod wird endlich vberfallen /

Auff den ich sehnlich wart allhier bey deiner Thür.



(* 23.12.1597, † 20.08.1639)




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