Ach Liebste, laß uns eilen,

Wir haben Zeit,

Es schadet uns verweilen

Uns beyderseit.

 

Der edlen Schönheit Gaben

Fliehen Fuß für Fuß,

Daß alles, was wir haben,

Verschwinden muß.

 

Der Wangen Ziehr verbleichet,

Das Haar wird greiß,

Der Augen Feuer weichet,

Die Brunst wird Eiß.

 

Das Mündlein von Corallen

Wird ungestalt,

Die Händ′ als Schnee verfallen,

Und du wirst alt.

 

Drumb laß uns jetzt geniessen

Der Jugend Frucht,

Eh′ als wir folgen müssen

Der Jahre Flucht.

 

Wo du dich selber liebest,

So liebe mich,

Gieb mir das, wann du giebest,

Verlier auch ich.


Das Gedicht "Ach Liebste lass uns eilen" stammt von (* 1597-12-23, † 1639-08-20).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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