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Ach Liebste lass uns eilen


Ach Liebste, laß uns eilen,

Wir haben Zeit,

Es schadet uns verweilen

Uns beyderseit.

 

Der edlen Schönheit Gaben

Fliehen Fuß für Fuß,

Daß alles, was wir haben,

Verschwinden muß.

 

Der Wangen Ziehr verbleichet,

Das Haar wird greiß,

Der Augen Feuer weichet,

Die Brunst wird Eiß.

 

Das Mündlein von Corallen

Wird ungestalt,

Die Händ′ als Schnee verfallen,

Und du wirst alt.

 

Drumb laß uns jetzt geniessen

Der Jugend Frucht,

Eh′ als wir folgen müssen

Der Jahre Flucht.

 

Wo du dich selber liebest,

So liebe mich,

Gieb mir das, wann du giebest,

Verlier auch ich.


Martin Opitz
(* 23.12.1597, † 20.08.1639)




Bewertung:
4/5 bei 12 Stimmen

Kommentare

  • Gravatar von Erik
    Erik |
    vor rund 5,5 Jahren

    Sehr schön und Überhaupt treffend des Lebends Ablauf.
    Eines meiner Lieblingsgedichte.

  • Gravatar von Jenny
    Jenny |
    vor rund 5,5 Jahren

    Schreckliches Gedicht...
    was hat sich der Opitz da nur bei gedacht....
    Gibt wesentlich bessere, schade um die zeit die ich mit lesen verbracht habe...