Kann Sennora mit uns reiten?
Sprach der Treiber früh,
Wo wir Abends überschreiten,
Wohnt am Tajo sie.
Auf das Maulthier schwangen Beide
Leicht die schönste Frau,
Kahl und brandig war die Haide,
Doch der Himmel blau.
Weiter ging die lange Reise
Fort den ganzen Tag,
Schweigsam war ich, bis ich leise
Abends zu ihr sprach:
"War′ im Lande ich geboren,
Das der Tajo trankt,
Hätt′ ich Euer Herz beschworen,
Bis Ihr mir′s geschenkt."
Das Gedicht "Ritt zum Tajo" stammt von Martin Greif (* 1839-06-18, † 1911-04-01).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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