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Rheinfahrt


Wimpel grüßen , Böller krachen ,

lustig schwimmen wir im Rhein ,

tiefe Boote , leichte Nachen

wollen uns Geleite sein .

 

Wohl , nun geht es rauschend weiter ,

lachend Bild , wohin wir sehn ,

die Gestade grün und heiter

und dahinter Rebenhöhn .

 

Städte mit denalten Zinnen

laden gastlich uns herzu ,

Burgen , die verlassen sinnen,

ragen einsam tief in Ruh .

 

Überall in trauter Nähe

winkt ein ander Bild herbei ,

Eh ich alles übersehe ,

ist es wie ein Traum vorbei .

 

Der Gebirge Kranz entschwindet ,

flacher Ufer Saum allein

mit den Aun zu Tal sich windet ,

breit und einsam fließt der Rhein .

 

Wie er auch sich weiter krümmet,

Unverändert bleibt sein Zug ,

wohl , auch diese Ruhe stimmet

mir die Seele ernst genug .

 

Düstrer wird′s am Binsenstrande ,

hohl und grün die Wogen ziehn ,

fern ein Regenstrich im Lande

malt sich an den Wolken hin



(* 18.06.1839, † 01.04.1911)




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