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Ach, um deine feuchten Schwingen


Ach, um deine feuchten Schwingen,

West, wie sehr ich dich beneide:

Denn du kannst ihm Kunde bringen

Was ich in der Trennung leide!

 

Die Bewegung deiner Flügel

Weckt im Busen stilles Sehnen;

Blumen, Wald und Hügel

Stehn bei deinem Hauch in Tränen.

 

Doch dein mildes sanftes Wehen

Kühlt die wunden Augenlider;

Ach, für Leid müßt′ ich vergehen,

Hofft′ ich nicht zu sehn ihn wieder.

 

Eile denn zu meinem Lieben,

Spreche sanft zu seinem Herzen;

Doch vermeid′ ihn zu betrüben

Und verbirg ihm meine Schmerzen.

 

Sag ihm, aber sag′s bescheiden:

Seine Liebe sei mein Leben,

Freudiges Gefühl von beiden

Wird mir seine Nähe geben.



(* 20.11.1784, † 06.12.1860)




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