Fährte


Durch allen Tag muß ich Dich suchend gehn

Und ist so viel, was rings Dich mir verheißt,

Mich mit Gewißheit Deiner schimmernd speist:

Ein Vogelrufen, Glanz des Golds, Kakteen,

 

Schnee, ach, und Geige, die gesehn Dich haben,

Fahnen der blanken Städte, Windeswehn -

Starbst Du in einer Sonne Untergehn?

War dies Dein Schrei in wehem Spiel der Knaben?

 

Ich wandre durch Taifun, kristallnen Strahl der Seen,

- Vielleicht, daß Dich ein Duft gefunden macht? -

Durch schwarze und die silbernen Alleen,

 

Durch Jenen, der geweint, und Den, der lacht, -

Durch allen Tag muß ich Dich suchend gehn,

Zu Dir noch wandert purpurn Pfad der Nacht.



(* 1899-08-20, † 1929-11-07)



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