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Die alte Jungfer


Niemand zu Liebe, niemand zu Last,

ist sie erloschen und verblaßt.

 

In ihrem Stübchen sann sie und sann,

Bis ihr einsames Leben darüber verrann.

 

Keiner hat nach ihr die Hand ausgestreckt

Und die flügelgebundene Seele erweckt.

 

Keiner hat in der Sommernacht

Zu seligem Weinen sie gebracht.

 

Und doch flogen Locken auch ihr ums Gesicht,

Und ihre Augen glänzten jung und licht.

 

Und doch schlug auch ihr in verschwiegener Brust

Die Sehnsucht nach Sonne und Frühlingslust.

 

Niemand zu Liebe, niemand zu Last,

ist sie erloschen und verblaßt.



(* 22.07.1859, † 28.04.1927)




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