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Sonette (1)


Wie oft gedenkt mein Herz der schönen Sage

Von Phaëthon′s Schwestern, welche - voll Erbarmen

Mit der Verzweiflung und dem Schmerz der Armen -

Der Götter Einer schuf zum Baum der Klage,

Zur Trauerweide, endend ihre Plage.

Es sprießen Zweige aus den schönen Armen,

Mitleid′ge Rinde zieht sich um die warmen

Gequälten Herzen, und die laute Klage

Wird leises Flüstern, melancholisch Klingen.

Wir müssen menschlich unsren Schmerz bezwingen,

Kein Schwesterherz darf mehr so süß vergeh′n!

O, wollt′s ein Gott! wie möcht′ auch ich so gerne

Auf einem theuren Grab in weiter Ferne

Als stille Trauerweide ewig steh′n!



(* 12.06.1821, † 28.11.1877)




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