Weiche Luft, nach Sonnenbrande
Hältst die Erde du umfangen!
Spielst um sie wie Mutterlächeln,
Kühlest ihre heißen Wangen.
Weiche Luft, bei deinem Hauche
Athmet Alles neues Leben,
Wie im ersten Frühlingswehen
Baum und Blüthe froh sich heben.
Weiche Luft, du gleichst der Ruhe,
Die der kranken Seele fächelt,
Wenn nach letztem, heißem Kampfe
Ihr ein neuer Friede lächelt.
Weiche Lüfte, weiche Ruhe,
Wieget Erd′ und Seele leise,
Stärkt die Welt zu neuem Blühen,
Und das Herz zur Weiterreise!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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