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Höchstes Leid


Hart ist′s an dem Grab zu steh′n

Derer, die du heiß geliebet,

Hart auch, wie am Fels der Zeit

Traum um Traum in Nichts zerstiebet.

 

Bittrer als des Todes Raub,

Und was kalt die Zeit entwendet,

Ist′s, wenn du dein best Gefühl

An Unwürdige verschwendet.

 

Wie ein Bettler stehst du da,

Der sein Alles hingegeben,

Dem nichts blieb von seinem Schatz,

Als das nackte, arme Leben.

 

Wie, von roher Hand gestürzt,

Liegt ein Götterbild im Staube,

Also ist ein Trümmerhauf′

Deines Herzens schönster Glaube!

 

Neue Rosen bringt die Zeit,

Frisches Grün das Grab umkleidet,

Aber öd′ bleibt dieser Platz

Und kein Thau drauf niedergleitet!



(* 12.06.1821, † 28.11.1877)




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