Die Glockenstimmen erschallen,

Mild leuchtet der Abendstern,

Und feierlich kündet ihr Hallen

Die Auferstehung des Herrn.

 

Ihr hellen Osterglocken,

Ich hört′ euch schon manches Jahr,

Bald unter Scherz und Frohlocken,

Bald wenn ich in Thränen war.

 

Heut′ tönt mir euer Läuten

So trüb′ und so ahnungsvoll,

Nicht weiß ich, was mir bedeuten

Das ernste Hallen soll.

 

Wie mög′t ihr mir wohl erklingen,

Wenn wieder ein Jahr hinab?

Wie Weinen, wie fröhlich Singen,

Oder auf meinem Grab?


Das Gedicht "Die Glockenstimmen erschallen" stammt von   (1821 - 1877).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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