Als du gestorben, hab′ um′s Haupt ich dir

Den letzten Schmuck gewunden,

Aus Rosen, Myrthen und Cypressengrün

Von meiner Hand gebunden.

 

Sanft wirst du ruh′n in deiner stillen Gruft,

Ich aber weine, weine,

Auf Blatt und Blüthe fallen Thränen hell

Wie thau′ge Edelsteine.

 

Die Rosen, nimm′ sie alle mit hinab,

Ich will sie dir nicht neiden,

Die Myrthen auch, es wird ihr sanfter Schmuck

Nie meine Stirne kleiden.

 

Hier oben will ich Eines nur für mich

Behalten an dem Herzen;

Von dir, Cypresse, nur den düstren Zweig,

Du Bild der Trennungsschmerzen.

 

So düster ist, wie du, die Seele mir,

Die Leid und Nacht erfüllet,

So blüthenlos, wie du, des Lebens Pfad

Sich meinem Blick enthüllet!


Das Gedicht "An Auguste" stammt von   (1821 - 1877).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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