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An Auguste


Als du gestorben, hab′ um′s Haupt ich dir

Den letzten Schmuck gewunden,

Aus Rosen, Myrthen und Cypressengrün

Von meiner Hand gebunden.

 

Sanft wirst du ruh′n in deiner stillen Gruft,

Ich aber weine, weine,

Auf Blatt und Blüthe fallen Thränen hell

Wie thau′ge Edelsteine.

 

Die Rosen, nimm′ sie alle mit hinab,

Ich will sie dir nicht neiden,

Die Myrthen auch, es wird ihr sanfter Schmuck

Nie meine Stirne kleiden.

 

Hier oben will ich Eines nur für mich

Behalten an dem Herzen;

Von dir, Cypresse, nur den düstren Zweig,

Du Bild der Trennungsschmerzen.

 

So düster ist, wie du, die Seele mir,

Die Leid und Nacht erfüllet,

So blüthenlos, wie du, des Lebens Pfad

Sich meinem Blick enthüllet!



(* 12.06.1821, † 28.11.1877)




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